Ausdehnungsgefäße

Ausdehnungsgefäße (Expansionsgefäße, Membran-Ausdehnungsgefäße, MAG) gleichen temperaturbedingte Volumenänderungen des Anlagenmediums aus und tragen zur Stabilisierung des Anlagendrucks in geschlossenen Systemen bei. Je nach Ausführung eignen sie sich für Heizungs- und Kühlanlagen sowie thermische Solaranlagen.

Bei der Auswahl sind insbesondere das Anlagenvolumen, die Betriebstemperatur, der Betriebsdruck, der Gasvordruck, das verwendete Medium und die Anschlussgröße zu berücksichtigen. In unserem Sortiment finden Sie Membran-Ausdehnungsgefäße mit austauschbarer EPDM-Blase für Wasser und geeignete Wasser-Glykol-Gemische.

Ausdehnungsgefäße (Expansionsgefäße) für Heizung, Kühlung und Solarthermie

Ein Ausdehnungsgefäß (Membran-Ausdehnungsgefäß, MAG) ist ein wichtiger Bestandteil geschlossener Heizungs-, Kühl- und anderer Drucksysteme. Es nimmt Volumenänderungen des Mediums auf, die insbesondere durch Temperaturschwankungen entstehen. Beim Erwärmen dehnt sich die Flüssigkeit aus, beim Abkühlen verringert sich ihr Volumen. Ein richtig dimensioniertes Ausdehnungsgefäß sorgt für einen möglichst stabilen Anlagendruck, gleicht temperaturbedingte Druckschwankungen aus und verhindert ein unnötiges Ansprechen des Sicherheitsventils.

Wo werden Ausdehnungsgefäße eingesetzt?

Je nach Ausführung und technischer Zulassung kommen Membran-Ausdehnungsgefäße in unterschiedlichen Anlagen zum Einsatz:

  • Geschlossene Heizungsanlagen
  • Kühl- und Klimaanlagen
  • Thermische Solaranlagen

So wählen Sie das richtige Ausdehnungsgefäß

Bei der Auswahl eines geeigneten Ausdehnungsgefäßes sind neben dem Nennvolumen auch das gesamte Anlagenvolumen, der Temperaturbereich, das verwendete Medium sowie die Druckverhältnisse der Anlage zu berücksichtigen.

Die wichtigsten Auswahlkriterien:

  • Gefäßvolumen: Muss entsprechend dem Anlagenvolumen, der thermischen Ausdehnung des Mediums und den Betriebsbedingungen dimensioniert werden.
  • Maximal zulässiger Druck (PS): Muss mindestens dem für das Gefäß vorgesehenen maximalen Anlagendruck entsprechen.
  • Gasvordruck: Muss auf die statische Höhe und die erforderlichen Druckverhältnisse der Anlage abgestimmt werden.
  • Anschluss: Anschlussgewinde, Anschlussgröße und Einbaumöglichkeiten müssen zur Anlage passen.
  • Medium: Die Eignung für Wasser oder Wasser-Glykol-Gemische ist anhand der technischen Produktdaten zu prüfen.
  • Temperaturbereich: Die zulässige Temperatur des Mediums sowie die Einbau- und Betriebsbedingungen des Gefäßes müssen eingehalten werden.

Eine fachgerechte Dimensionierung des Membran-Ausdehnungsgefäßes ist entscheidend für einen zuverlässigen und sicheren Anlagenbetrieb.

Membran-Ausdehnungsgefäße mit EPDM-Blase

Unsere Ausdehnungsgefäße sind mit einer Blasenmembran aus EPDM ausgestattet. Die EPDM-Blase trennt das Anlagenmedium vom Gasraum des Druckbehälters. Dadurch wird ein direkter Kontakt der Flüssigkeit mit der Innenwand des Gefäßes verhindert. Die Membran ermöglicht die Aufnahme temperaturbedingter Volumenänderungen und trägt zu einer zuverlässigen Druckhaltung der Anlage bei. Die Gefäße sind nach EN 13831 und der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU (PED) gefertigt, die Blasenmembran entspricht DIN 4807-3.

Die Blasenmembran ist austauschbar und kann bei Bedarf ersetzt werden, ohne das gesamte Ausdehnungsgefäß austauschen zu müssen. Technische Angaben wie maximal zulässiger Betriebsdruck, werkseitiger Vordruck, Anschlussgröße, Abmessungen, Gewicht, Temperaturbereich und zulässige Medien finden Sie in den technischen Daten des jeweiligen Produkts.

Montage und Einstellung des Ausdehnungsgefäßes

Vor der Inbetriebnahme muss der werkseitig eingestellte Gasvordruck überprüft und gegebenenfalls an die Anforderungen der jeweiligen Anlage angepasst werden.

Die Prüfung und Einstellung des Gasvordrucks erfolgen bei wasserseitig drucklosem und entleertem Ausdehnungsgefäß.

Das Gefäß sollte an einer gut zugänglichen Stelle montiert werden, damit regelmäßige Kontrollen, Wartungsarbeiten und ein eventueller Austausch problemlos möglich sind.

Bei Heizungsanlagen wird das Ausdehnungsgefäß häufig im Rücklauf installiert, da dort in der Regel niedrigere Temperaturen herrschen. Die genaue Anschlussposition hängt jedoch von der hydraulischen Auslegung der Anlage und den Vorgaben des Herstellers ab.

Hinweis: Ein Ausdehnungsgefäß ersetzt kein Sicherheitsventil. Die Dimensionierung, Montage, Einstellung des Vordrucks und Inbetriebnahme sollten durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen.

FAQ

Was ist ein Ausdehnungsgefäß und wofür wird es verwendet?

Ein Ausdehnungsgefäß, auch Expansionsgefäß oder Membran-Ausdehnungsgefäß (MAG) genannt, gleicht temperaturbedingte Volumenänderungen des Anlagenmediums aus. Es stabilisiert den Druck in geschlossenen Heizungs- und Kühlsystemen und reduziert das Risiko eines unnötigen Ansprechens des Sicherheitsventils.

Welche Größe des Ausdehnungsgefäßes benötige ich?

Die erforderliche Größe eines Membran-Ausdehnungsgefäßes hängt vom gesamten Anlagenvolumen, dem Temperaturbereich, dem verwendeten Medium sowie den Druckverhältnissen der Anlage ab. Zur groben Orientierung wird bei üblichen geschlossenen Heizungsanlagen häufig ein Gefäßvolumen von etwa 8 bis 12 % des gesamten Anlagenvolumens angesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Vordruck und Betriebsdruck?

Der Gasvordruck ist der Druck auf der Gasseite des Ausdehnungsgefäßes, der bei wasserseitig drucklosem und entleertem Gefäß gemessen wird.

Der Betriebsdruck bezeichnet den Druck des Anlagenmediums während des Betriebs. Der Gasvordruck muss entsprechend der statischen Höhe und den Druckverhältnissen der Anlage eingestellt werden, damit das Ausdehnungsgefäß seine Funktion zuverlässig erfüllen kann.

Kann der Vordruck des Ausdehnungsgefäßes angepasst werden?

Ja. Bei entsprechend ausgestatteten Membran-Ausdehnungsgefäßen kann der Gasvordruck über das Gasventil angepasst werden. Die Prüfung und Einstellung erfolgen bei wasserseitig drucklosem und entleertem Gefäß. Ein falsch eingestellter Gasvordruck kann das nutzbare Ausdehnungsvolumen verringern und zu erhöhten Druckschwankungen in der Anlage führen.

Kann ein Ausdehnungsgefäß mit Wasser-Glykol-Gemischen verwendet werden?

Das hängt von der jeweiligen Ausführung des Ausdehnungsgefäßes und der Beständigkeit der verwendeten Membran ab.

Bei Ausdehnungsgefäßen der Serie NEMA Winkelmann mit EPDM-Blase können laut Herstellerangaben Wasser und Wasser-Glykol-Gemische mit einem Glykolanteil von bis zu 50 % verwendet werden.

Beachten Sie stets die technischen Daten und die Freigaben des Herstellers. Bei thermischen Solaranlagen müssen zusätzlich die besonderen Temperatur- und Betriebsbedingungen berücksichtigt werden.

Warum steigt der Druck in der Heizungsanlage und das Sicherheitsventil tropft?

Ein starker Druckanstieg kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise ein zu klein dimensioniertes Ausdehnungsgefäß, ein falsch eingestellter Gasvordruck oder ein Vordruckverlust, eine beschädigte Membran oder ein defektes Sicherheitsventil.

Auch andere Störungen der Anlage können zu einem unzulässigen Druckanstieg führen. Wir empfehlen, die Ursache durch qualifiziertes Fachpersonal überprüfen zu lassen.

Woran erkenne ich ein defektes Ausdehnungsgefäß?

Mögliche Anzeichen einer beschädigten Blasenmembran sind starke Druckschwankungen, häufiges Nachfüllen von Heizungswasser oder Wasseraustritt am Gasventil.

Tritt Wasser aus dem Gasventil aus, deutet dies bei einem Ausdehnungsgefäß mit Blasenmembran auf eine defekte Membran hin. Eine fachgerechte Überprüfung ist in diesem Fall erforderlich.

Wo wird ein Ausdehnungsgefäß montiert?

Die richtige Einbauposition hängt von der Art der Anlage, ihrer hydraulischen Auslegung und den Vorgaben des Herstellers ab. Bei Heizungsanlagen erfolgt der Anschluss häufig im Rücklauf, wo üblicherweise niedrigere Temperaturen herrschen. Das Ausdehnungsgefäß muss für die Kontrolle des Gasvordrucks sowie für Wartungs- und Servicearbeiten gut zugänglich sein.

Ersetzt ein Ausdehnungsgefäß das Sicherheitsventil?

Nein. Beide Bauteile erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das Ausdehnungsgefäß nimmt die normalen temperaturbedingten Volumenänderungen des Anlagenmediums auf und trägt zur Druckhaltung bei.

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